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Auszug - Fortschreibung der Sportentwicklungsplanung für die Stadt Mülheim an der Ruhr – Ausgewählte Ergebnisse der Einwohnerbefragungen 2014  

 
 
Sitzung des Sportausschusses
TOP: Ö 4
Gremium: Sportausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 09.06.2015 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:05 - 18:52 Anlass: turnusmäßige Sitzung gem. Terminplan
Raum: Sitzungsraum B.115
Ort: Historisches Rathaus
V 15/0439-01 Fortschreibung der Sportentwicklungsplanung für die Stadt Mülheim an der Ruhr – Ausgewählte Ergebnisse der Einwohnerbefragungen 2014
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Herr Michels, Tel.: 5241Aktenzeichen:52-67
Federführend:Amt 52 - Mülheimer SportService Beteiligt:Amt 52 - Mülheimer SportService
    Referat I
   Referat III
   Referat V
   Amt 30 - Rats- und Rechtsamt
 
Beschluss
Wortprotokoll

 

 


Beratungsverlauf:

Herr Professor Hübner (Bergische Universität Wuppertal) fasste die Ergebnisse der Sportverhaltensbefragung anhand einer Power-Point-Präsentation, die den Fraktionen und den Ausschuss-Mitgliedern nach der Sitzung als Datei zur Verfügung gestellt wurde, zusammen. Er nannte die Herausforderungen der kommunalen Sportentwicklung und verwies auf den Wandel des Sports, der auch durch den gesellschaftlichen Wandel hervorgerufen würde. Im Weiteren verwies er auf die möglichen Folgen der demografischen Entwicklung für den Sport und den "Wandel des Sports".

 

Er hob die systematische wissensbasierte Sportentwicklungsplanung in Mülheim an der Ruhr seit 2002 hervor, die nun mit der Sportverhaltensbefragung aus dem Jahr 2014 fortgesetzt würde. Unter Sport zählten für jeweils die Hälfte der Befragten ihre "bewegungsaktive Erholung" (z. B. gemütliches Radfahren) und auch das "Sport treiben" (z. B. sportliches Radfahren).

 

Positiv bewertet wurden von Herr Professor Hübner folgende Aspekte:

- die im Vergleich zu anderen Städten recht hohe Aktivenquote über alle Altersklassen hinweg;

- insbesondere die Altersklasse der 70- bis 80-Jährigen sei in hohem Maße bewegungsaktiv;

- 16% der Mülheimer Bevölkerung seien in einem Sportverein organisiert, was für eine Großstadt gleichfalls einen guten Wert darstelle;

- das Image der Mülheimer Sportvereine werde sogar von Nicht-Vereinsmitgliedern tendenziell positiv gesehen; Vereinsmitglieder zeigten ein positives Bild der Vereine auf;

- der Zustand der Sportplätze sowie Turn-/Sporthallen werde als sehr gut bis gut erachtet (der Zustand der Hallenbäder werde hingegen kritischer gesehen). Zudem gebe es im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen bei der Beurteilung der Sportplätze im Winter- und Sommerhalbjahr keine deutlichen Unterschiede.

 

Bei der Längsschnittbetrachtung (2002-2014) wies er darauf hin, dass die Altersgruppen der 40- bis 70-Jährigen heute länger sport- und bewegungsaktiv seien. Bei der Entwicklung der beliebtesten Sportarten im Vergleich 2002 und 2014 gäbe es einen Einbruch beim Inlinern und dem Rollsport. Starke bis sehr starke Zuwächse seien hingegen beim Fitnesstraining/Gymnastik, Yoga, Golf und Kraftsport zu verzeichnen.

Zudem sei es den Vereinen gelungen, ihren Anteil am Sportmarkt zu halten. 16 % der Sporttreibenden seien genauso wie in 2002 im Verein organisiert.

 

Im Anschluss führte er aus, dass 20% der Mülheimer neue Sportarten in Form eines "Schnupperkurses" kennenlernen und sogar 8,9 % der Mülheimer die neuen Sportarten regelmäßig ausüben wollten. Für Sportanbieter sei es insofern wichtig, Tradition (klassische Sportarten) und Innovation (neue Sportarten) im Blick zu haben.

 

Hinsichtlich der zukünftigen Perspektiven der Mülheimer Sportvereine wurde der Ausbau der Kinder- und Jugendarbeit als primäre Aufgabe der Vereine gesehen. Aber auch der Ausbau der gesundheitsorientierten Angebote erhielt einen wichtigen Stellenwert. Einer stärkeren Orientierung im Wettkampfsport konnten sich die Befragten hingegen nicht anschließen.

 

Zum weiteren Vorgehen führte Herr Professor Hübner aus, dass nun die Gutachten zum Bedarf an Spielfeldern (vor allen Dingen Großspielfelder) und Turn- und Sporthallen aktualisiert werden müssten.

 

Herr Capitain (CDU) dankte auch im Namen des Ausschusses für die informative Berichterstattung. Er zeigte sich verwundert über den Rückgang der Aktivenquote im Radsport. Nach seiner Wahrnehmung würden mehr Menschen das Rad nutzen, insbesondere unter Berücksichtigung der E-Bikes.

 

Frau Ellerwald nutzte die Gelegenheit, um unter diesem TOP zum Projekt "Sport im Park" (vorgesehen unter TOP 14.3) zu berichten. Die von Herrn Professor Hübner genannten Sportarten mit dem größten Zuwachs, wie Fitnesstraining, Yoga und Kraftsport fänden sich alle im Sportangebot für die Sommermonate wieder. Sie lud die Mitglieder des Sportausschusses herzlich zum Mitmachen ein.

 

Herrn Hötger (MBI) wollte wissen, warum die Sportarten Hockey und Rudern nicht in der Liste der beliebtesten Sportarten zu finden und ob diese Sportarten ggf. bewusst nicht aufgenommen worden seien. Hierauf antwortete Herr Professor Hübner, dass die Teilnehmer der Befragung selbst die ausgeübte Sportart hätten eintragen können. Sowohl Hockey als auch Rudern fänden sich allerdings nicht in der Liste der beliebtesten Sportarten, die er vorgestellt habe.

 

Herr Willems (SPD) zeigte sich erfreut über die vielen positiven Effekte, die diese Befragung offengelegt hätte. Er erkundigte sich nach einem typischen Mülheimer Profil oder Abweichungen zu anderen Städten. Alle Ergebnisse würden in einem Gesamtband veröffentlicht, die dann im Detail verglichen werden könnten, so Herr Professor Hübner.

 

Auf die Nachfrage von Herrn Oesterwind (CDU), warum im nächsten Schritt nur der Bedarf an Hallen und Spielfeldern und nicht der Bäder untersucht würden, informierte Herr Professor Hübner, dass die Bäder zzt. nicht im Auftragsumfang enthalten seien.

 

Frau Ellerwald verwies auf den kommunalen Vergleich der Wasserflächen, der als Tischvorlage den Ausschuss-Mitgliedern zur Verfügung gestellt wurde. Mülheim weise im Verhältnis zur Einwohnerzahl immer noch mit die geringste Wasserfläche auf. Insoweit seien auch Ausführungen zum Bäderbereich sinnvoll. Die geringe Diskrepanz bei der Beurteilung der Zustände der Sportplätze im Sommer-/Winterhalbjahr führte sie auf die immensen Anstrengungen im Zusammenhang mit dem Alternativkonzept Fußball zurück, die sich nun auszahlten.