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Auszug - Masterplan Öffentlicher Raum – Erstellung einer Entwurfsplanung für einen ersten Bauabschnitt zur Beantragung von Städtebaufördermitteln  

 
 
Sitzung des Planungsausschusses
TOP: Ö 17.1
Gremium: Planungsausschuss Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Di, 01.03.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 19:30 Anlass: turnusmäßige Sitzung gem. Terminplan
Raum: Sitzungsraum B.115
Ort: Historisches Rathaus
V 16/0063-01 Masterplan Öffentlicher Raum – Erstellung einer Entwurfsplanung für einen ersten Bauabschnitt zur Beantragung von Städtebaufördermitteln
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Verfasser:Daniel Bach, Tel. 6117
Federführend:Amt 61 - Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung Beteiligt:Referat I
    Referat III
   Amt 30 - Rats- und Rechtsamt
   Referat VI
 
Beschluss
Abstimmungsergebnis
Wortprotokoll

Beschluss:

Der Planungsausschuss nahm die vorliegenden Ergebnisse des Wettbewerbsverfahrens „Masterplan Öffentlicher Raum - Mülheim an der Ruhr 2015“ zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, die Öffentlichkeit über das Ergebnis zu informieren.

 

Weiter beschloss der Planungsausschuss die Ausstellung der prämierten Wettbewerbsarbeiten vom 07.03.2016 bis zum 08.04.2016 in den Räumlichkeiten der Wertstadt (Löhberg 35). Während des Ausstellungszeitraums soll eine Präsentationsveranstaltung stattfinden, bei der der Öffentlichkeit Gelegenheit gegeben wird, sich zu informieren und Anregungen zur der Planung zu geben.


Abstimmungsergebnis:

Zustimmung:15(SPD-Fraktion (6), CDU-Fraktion, Fraktion Bündnis 90 / DIE                                                         GRÜNEN, ALFA-Gruppe, Gruppe DIE LINKE)

Ablehnung:03(SPD-Fraktion (1), MBI-Fraktion, FDP-Fraktion)

Enthaltung:-


Beratungsverlauf:

Im Rahmen der Umsetzung des im Jahr 2013 durch den Rat beschlossenen Integrierten Innenstadtkonzeptes, wurde im Zeitraum August - November 2015 der städtebauliche Wettbewerb „Masterplan Öffentlicher Raum - Mülheim an der Ruhr 2015“ durchgeführt (gem. Vorlage - V 15/0646-01).

 

Der Wettbewerb diente der Konzepterstellung zur Aufwertung der Teilräume Kaiserplatz und Leineweberstraße sowie der Anbindung des Kirchenhügels an die Innenstadt. Die Umsetzung erfolgte in Abstimmung mit der Architektenkammer NRW als nichtoffener Realisierungswettbewerb gemäß § 3 Abs. 3 RPW 2013. Die Teilnehmerzahl war auf maximal zehn Arbeitsgemeinschaften begrenzt.

 

Im Rahmen der vorlaufenden Preisrichtervorbesprechung und des Teilnahmekolloquiums musste die Aufgabenstellung auf Intervention der Fachjury abgeändert und gekürzt werden. Der aktualisierte Auslobungstext ist dieser Vorlage als Anlage I beigefügt.

 

Von den teilnehmenden 10 Arbeitsgemeinschaften haben 7 einen Wettbewerbsbeitrag fristgerecht eingereicht. Diese Arbeiten wurden im Rahmen der Preisgerichtssitzung am 23.11.2015 anhand der vorgegebenen Kriterien:

- städtebauliche und freiräumliche Qualität

- gestalterische Qualität

- Berücksichtigung unterschiedlicher Zielgruppen bei der Gestaltung

- Erfüllung der funktionalen Anforderungen

- Wirtschaftlichkeit der Planung (Herstellungs- und Pflegekosten)

durch die Wettbewerbsjury bewertet (siehe hierzu Anlage II: Protokoll der Sitzung des Preisgerichtes am 23.11.2015).

 

Insgesamt wurden vom Preisgericht zwei Preise und eine Anerkennung vergeben. Das Preisgericht würdigt damit drei unterschiedliche Ansätze zur Neugestaltung der öffentlichen Räume im Bereich Leineweberstraße, Kaiserplatz und Kirchenhügel.

 

Zur Umsetzung empfohlen wird der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft rha reicher haase associierte GmbH, Landschaftsarchitektur Birgit Hammer und Ingenieurbüro Kühnert (Anlage III), dem von der Jury einstimmig der erste Preis zugesprochen wurde.

 

Der Beitrag der Arbeitsgemeinschaft des Planungsbüros FSWLA und des Ingenieurbüros H2R-Ing. (siehe hierzu Anlage IV) wurde mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

 

Weiter wurde dem Beitrag der Arbeitsgemeinschaft des Planungsbüros RoosGrünPlanung in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro G.U.B. Ingenieur AG (siehe hierzu Anlage V) eine Anerkennung zugesprochen.

 

Bezogen auf den Siegerentwurf lobte das Preisgericht besonders die Herausarbeitung des historischen Stadtbildes unter Einbeziehung der drei neu zu gestaltenden Bereiche im Kontext der Aufgabenstellung. Besonders die Idee der Herstellung eines attraktiven Rundgangs, ausgehend von dem umgestalteten Kaiserplatz, durch den historischen Stadtkern wurde gewürdigt. Weiter wurde die Beibehaltung des Alleecharakters der Leineweberstraße begrüßt, die durch ein Ausdünnen des Baumbestandes in Kombination mit der punktuellen Ergänzung durch Neupflanzungen ihr ursprüngliches Erscheinungsbild beibehält, jedoch Blickbeziehungen zwischen der Alt- und Innenstadt ermöglicht und mehr Licht in den Straßenraum lässt. Auch die Betonung der Übergänge zwischen Innenstadt und Altstadt sowie die gestalterische Aufwertung und Zonierung der Leineweberstraße werden positiv gewertet.

 

Die Jury formulierte vor diesem Hintergrund folgende Empfehlungen für die weitere Bearbeitung:

-Es wird der Stadt Mülheim an der Ruhr empfohlen, die Umsetzung des Projektes mit den Verfassern des 1. Preises anzugehen.

-Um das städtebauliche Potenzial des Entwurfs auszuschöpfen, muss an der Verbesserung der Aufenthaltsqualität in beiden Seitenräumen der Leineweberstraße weiter gearbeitet werden.

-Das Verkehrskonzept auf dem Kirchenhügel muss dahingehend weiterentwickelt werden, dass die besonnten und windgeschützten Aufenthaltsbereiche vom ruhenden Verkehr freigehalten werden.

-Bei der Konkretisierung der Planung soll das Lichtkonzept mit Blick auf die Atmosphäre im Straßenraum überprüft werden.

 

Diese Empfehlungen sollen - ebenso wie die Diskussionsbeiträge aus der Bezirksvertretung und dem Planungsausschuss sowie ggf. eingehende Anregungen aus der Öffentlichkeit - im weiteren Verfahren durch die Arbeitsgemeinschaft aufgegriffen und in Zusammenarbeit mit der Verwaltung in eine Entwurfsplanung überführt werden. Weiter gilt es einen ersten Bauabschnitt zu definieren, der als Grundlage für die Beantragung von Städtebaufördermitteln zur baulichen Umsetzung dient.

 

Die prämierten Wettbewerbsbeiträge sollen vom 07.03.2016 bis zum 08.04.2016 in der Wertstadt (Löhberg 35) ausgestellt werden, um der Öffentlichkeit Gelegenheit zu geben, die Wettbewerbsarbeiten anzusehen und Anregungen zu der Planung abzugeben. Die Mitarbeiter des Team Innenstadt stehen für Auskünfte und Erläuterungen zur Verfügung. Zusätzlich ist eine Präsentation der Arbeiten mit Erläuterungen der Planung durch Mitarbeiter des Amtes für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung vorgesehen, bei der für die Öffentlichkeit zusätzlich die Möglichkeit besteht, Fragen zu stellen und Anregungen für die weitere Umsetzung zu geben. Die Ergebnisse werden dokumentiert und in eine Abwägung eingestellt. In der nächsten Sitzungsfolge sollen die Ergebnisse in der Bezirksvertretung und im Planungsausschuss vorgestellt und die Abwägung der Eingaben vorgenommen werden. Dann soll die Arbeitsgemeinschaft rha reicher haase associierte GmbH, Landschaftsarchitektur Birgit Hammer und Ingenieurbüro Kühnert mit der Durchführung der Entwurfsplanung beauftragt werden. Hierzu wird eine gesonderte Beschlussvorlage erarbeitet.

 

Finanzielle Auswirkungen:

Die Kosten für die Präsentation und Ausstellung werden aus dem Budget des Amtes 61 gedeckt.

 

Die Verwaltung stellte mit Hilfe einer Präsentation die Ergebnisse des Wettbewerbs zur Umgestaltung der Leineweberstraße und des Kaiserplatzes und das Urteil des Preisgerichts vor. Die Preisgerichtssitzung habe am 23.11.2015 stattgefunden. Der erste Preis sei an die Arbeitsgemeinschaft reicher haase associierte GmbH, Prof. C. Reicher mit Birgit Hammer Landschaftsarchitektur und Ingenieurbüro Kuhnert gegangen. Den dritten Preis habe die Arbeitsgemeinschaft FSWLA Landschaftsarchitektur, Prof. T. Fenner mit H2R Ingenieure und Dipl.-Ing. M. Hummel verliehen bekommen. Eine Anerkennung sei der Arbeitsgemeinschaft Roos Grünplanung mit G.U.B. Ingenieure zugesprochen worden.

 

Die mit der Anerkennung versehene Planung zeige durch die Ausführung des Kreisverkehrs Möglichkeiten auf, verkehrstechnische Freiräume in den Randbereichen zu schaffen, die die städtebauliche Qualität positiv beeinflussen könnten. Die additiv eingesetzten Gestaltungselemente führten jedoch nicht zu einer eindeutigen städtebaulichen Prägung des Kreisverkehrsplatzes. So würden die Möglichkeiten, die das Konzept am Kaiserplatz biete, nicht voll ausgeschöpft. Er bleibe bei einer Vielzahl von verschiedenen Platzbereichen ohne gestalterischen Zusammenhang. Die Ausdünnung des Baumbestandes auf der Leineweberstraße solle Blickachsen nördlich und südlich angrenzender Stadträume erkennbar machen. Die Verfasser hätten vorgeschlagen, dieses durch lineare Pflasterstrukturen zu unterstützen. Der ruhende Verkehr werde komplett aus der Leineweberstraße herausgenommen. Zur Verkehrsberuhigung des Bereiches am Fuße der Petrikirche werde vorgeschlagen, den zentralen Bereich komplett vom Verkehr freizuhaulten. Durch diese Maßnahme werde die Aufenthaltsqualität gestärkt. Die Leineweberstraße werde durch Eingriffe in den vorhandenen Baumbestand negativ in ihrem prägenden Alleencharakter beeinflusst. Dieser Effekt werde durch die vorgeschlagenen Baumscheiben noch verstärkt. Das Anlegen der Sichtbeziehungen in Nord-Süd-Richtung erschien der Jury beim Teilerhalt der Allee fragwürdig zu sein. Die linearen Bodenstrukturen erschienen plakativ. Der Ansatz zur Verkehrsberuhigung im Altstadtbereich werde positiv gesehen. Durch die Auswahl der Materialien könne eine helle und homogene Oberflächenstruktur erreicht werden. Es sei jedoch fraglich, ob durch die einheitliche Materialauswahl alle Belange der unterschiedlichen Verkehrsbereiche erfüllt würden. Am Kaiserplatz werde die Darstellung eines verkehrstechnisch tragfähigen Entwurfs vermisst. Die südliche Zufahrt des Kreisverkehrs zur Kaiserstraße werde nur als Ausfahrt dargestellt. Für den Kaiserplatz selbst sei eine neue Stellplatzanlage vorgesehen, die mit einem Höhenversatz und Rampen die topographischen Gegebenheiten aufgreife. Die Platzgestaltung werde als nicht raumadäquat wahrgenommen und die Erreichbarkeit des Platzes gestalte sich schwierig. Im Bereich der Leineweberstraße entfielen sämtliche Stellplätze. Die Leitelemente erschienen willkürlich und teilweise nicht nachvollziehbar. Auf dem Kirchenhügel seien die geforderten Stellplätze nachweisbar in den Seitenräumen der Erschließungsstraßen angeordnet. Hierdurch ergebe sich die Möglichkeit der Herstellung von drei Altstadtplätzen für Gastronomieangebote mit Aufenthaltsfunktion. Der Baumbestand in der Leineweberstraße werde konsequent erhalten. An einzelnen Stellen würden Sichtachsen im Bestand realisiert. Positiv sei zu werten, dass die Baumachse der Leineweberstraße vor dem Forum nach Osten fortgesetzt werde. r die drei Bereiche Kaiserplatz, Leineweberstraße und Kirchenhügel seien vergleichsweise hohe Investitionskosten von rund 4,8 Mio. Euro ermittelt worden.

 

Die drittplatzierte Planung sei geprägt durch eine dreireihige Baumallee entlang der Leineweberstraße und eine Neuordnung der Platzbereiche am Kirchenhügel sowie am Kaiserplatz. Mit der doppelten Baumreihe entstehe auf der Nordseite der Straße eine neue räumliche Struktur mit hoher Aufenthaltsqualität. Unterhalb dieser Baumreihen werde als Bodenbelag eine wassergebundene Decke vorgeschlagen. Diese ökologische Qualität sei gesondert gewürdigt worden, jedoch sei auch die Frage nach dem Unterhalt dieser Fläche aufgeworfen worden. Die Verfasser schlugen vor, den Baumbestand durch 99 verschiedene Ahornbäume zu ersetzen. Diese intensive Pflanzung sei hinsichtlich ihrer Dichte und der Baumarten zu prüfen, da der Pflegeaufwand und die Verschattung zu massiv erschienen. Die Verbindungsachsen zwischen Schloßstraße und Kirchenhügel würden durch großgige Fugen anschaulich gemacht. Der Kaiserplatz werde neu strukturiert, jedoch so schlicht gestaltet, dass seine angedachte Qualität nicht überzeuge. Dies gelte ebenso für die Platzbereiche am Kirchenhügel. Der Entwurf reduziere den Knotenpunkt am Kaiserplatz nur sehr geringfügig, so dass die verkehrliche Funktion dominiere. Dies zeige sich auch in der Beibehaltung der Parkplätze vor dem Gebäudeensemble „Rosenhof“, auch wenn diese neu geordnet würden. Die Anbindung dieser Parkplätze solle über die Althofstraße erfolgen. Im Bereich der Leineweberstraße zeichne sich der Entwurf durch klar definierte Überquerungsbereiche aus, die zu einer guten Erreichbarkeit der Altstadt für Fußnger und Radfahrer führten. Durch die dreireihige Baumallee entstehe ein multifunktionaler Aufenthaltsbereich auf der Nordseite mit parallelem Radweg. Diese Anordnung führe jedoch zu Problemen bezogen auf die notwendigen Lieferverkehre. Der Radweg sei in dem Entwurf als Zweirichtungsradweg vorgesehen. Hierfür sei er jedoch nicht ausreichend dimensioniert. Auf der südlichen Seite der Leineweberstraße seien Stellplätze zwischen den Bäumen vorgesehen. Auf dem Kirchenhügel sei die Abwicklung der ruhenden Verkehre in den Seitenbereichen der Erschließungsstraßen oder auf dem Platz am Kohlenkamp vorgesehen. Dies erscheine aus verkehrstechnischer Sicht möglich. Das Baumraster der dreizeiligen Baumreihe an der Leineweberstraße sei sehr eng gewählt. Die Doppelbaumreihe auf der Nordseite der Leineweberstraße werde in Richtung Kurt-Schumacher-Platz weitergeführt und leite schließlich in die vorhandene Doppelreihe aus Platanen im Norden dieses Innenstadtplatzes über. Die Achse in die Fußngerzone werde dadurch allerdings verengt. Dies dürfte sich nachteilig auf den Anlieferverkehr auswirken. Für die drei Bereiche Kaiserplatz, Leineweberstraße und Kirchenhügel seien Investitionskosten in Höhe von rund 2,5 Mio. Euro ermittelt worden.

 

Der Siegerentwurf habe die Aufgabenstellung kontextuell verstanden und das historische Stadtbild unter Einbeziehung der drei neu zu gestaltenden Bereiche herausgearbeitet. Ausgehend von dem umgeplanten Kaiserplatz gelange der Nutzer über die Althofstraße zum Kirchenhügel über den Siegfried-Reda-Platz zum Kohlenkamp und zur Leineweberstraße. Mit dieser Idee stärkten die Verfasser die Möglichkeit zu einem attraktiven Rundgang durch den historischen Stadtkern. Im Bereich des Kirchenplatzes werde der ruhende Verkehr entlang der Randbebauung angeordnet, so dass Platzflächen unter Bäumen Möglichkeiten zum Verweilen böten. Der Alleencharakter der Leineweberstraße bleibe erhalten. Die bestehenden Bäume würden dabei lediglich ausgedünnt und punktuell durch Neupflanzungen ergänzt. Die Kreuzungsbereiche Viktoriastraße, Löhberg und Kohlenkamp würden durch die Baumstellung und gut gesetztes Straßenpflaster herausgearbeitet. Die Funktionsbereiche in der Leineweberstraße würden durch kontrastsetzendes Oberflächenmaterial betont und abgegrenzt. Der erhöhte Bürgersteig sei kritisiert worden. Ebenso sei bezweifelt worden, dass die vorgeschlagenen Bepflanzungen wegen der vorhandenen großen Baumkronen wachsen würden. Der neue Standort für die WC-Anlage sei als nicht optimal kritisiert worden. Der Überweg zum Forum vom Kaiserplatz werde belassen und stelle für die Platzgestaltung und die Nutzbarkeit für gehbehinderte Menschen keine optimale Lösung dar. Die große Platzfläche werde als richtige stadträumliche Antwort begrüßt. Allerdings könnten hier weitere Pkw-Stellplätze angeordnet werden und eine Grünabpflanzung gegen die Althofstraße vorteilhaft sein. Die Notwendigkeit eines zusätzlichen Kiosks werde angezweifelt. Der Entwurf zeichne sich durch eine zurückhaltende, aber klar gegliederte Platzgestaltung im Bereich des Kaiserplatzes aus. Es seien neue Stellplätze im Seitenbereich des Platzes vorgesehen. Der Platz selbst werde durch neue Bäume eingerahmt. Der weiterhin üppig dimensionerte Verkehrsknotenpunkt biete ggf. noch Rückbau- und Neugestaltungspotenziale. Im Bereich der Leineweberstraße entstünden zwischen den Bäumen durch Ausdünnung des Bestandes zusätzliche Stellplätze. Die Führung des Radverkehrs auf einem Schutzstreifen auf der Fahrbahn sei praktikabel und diene der Richtungstrennung der bisherigen Radwegeführung. Die Unterbringung des ruhenden Verkehrs im Altstadtbereich sei nicht optimal gelöst worden. Die Potenziale zur Platzgestaltung und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität könnten trotz einer hochwertigen Behandlung des öffentlichen Raums deshalb nicht voll ausgeschöpft werden. Die Idee, den Baumbestand der Leineweberstraße auszudünnen, werde begrüßt. Die Plätze am Kohlenkamp und der Siegfried-Reda-Platz seien beide als Parkraum mit Kirschbäumen gestaltet. Die Bepflanzung scheine in Kombination mit den Parkplätzen zu eng gewählt zu sein. Die Baumscheiben seien zu klein. Ein Parken in den engen Buchten dürfte in dieser Form technisch nur schwer oder nicht zu realisieren sein. Für die drei Bereiche Kaiserplatz, Leineweberstraße und Kirchenhügel seien Investitionskosten in Höhe von rund 2,6 Mio. Euro ermittelt worden.

 

Die SPD-Fraktion wies darauf hin, dass es sich bei den Entwürfen nicht um eine ausgearbeitete Detailplanung handele. Grundsätzlich hätten alle Entwürfe keine Begeisterungsstürme ausgelöst. Gleichwohl seien bei dem Siegerentwurf positive Ansätze zu erkennen. Insbesondere gefalle der Fraktion der pragmatische Umgang mit dem Baumbestand in der Leineweberstraße. Durch die Ausdünnung des Bestandes gelange mehr Licht in den Bereich. Zudem sei die sung mit den Klimaschutzzielen verträglich. Hinsichtlich der verkehrlichen Gestaltung der Leineweberstraße sei es zu empfehlen, auf eine Separation der Teilanlagen zu verzichten und die Umsetzung des shared-space-Konzeptes zu erwägen. In Bezug auf den Kaiserplatz sei der Ansatz, den Platz erlebbar zu machen, attraktiv, jedoch sollte man den Altenhof besser berücksichtigen. Zudem sollte man die Gestaltung auch auf der gegenüberliegenden Seite bei der Planung einbeziehen. Das Stellplatzkonzept sollte nochmals überdacht werden. Es sei ratsamer, die vorhandenen Stellplätze auf dem Kaiserplatz weitestgehend zu erhalten und das Parken lediglich temporär zu unterbinden. Ein gravierender Störfaktor sei die Fußngerbrücke zum Forum mit der dazugehörigen Rampe. Hier müsse man sich die Frage stellen, ob die Aufrechterhaltung dieser Brücke noch notwendig sei. Ein rein ebenerdiger Zugang zum Forum sei ebenso vorstellbar. In der Altstadt werde die Gestaltung der kleineren Plätze positiv gesehen. Gerade die Fläche im Kohlenkamp biete sich für eine außengastronomische Nutzung an.

 

Der Stadtverordnete Jochen Hartmann (beratendes Mitglied) vertrat die Ansicht, dass die Entwürfe einige interessante Ansätze enthielten, jedoch im Ganzen keinen großen Wurf darstellten. Die Überplanung der Leineweberstraße im Sinne des Siegerentwurfs bewege sich im Rahmen bisheriger Strukturen. In Bezug auf den Kaiserplatz sei es sinnvoll, die Fußngerbrücke zum Forum zu entfernen. Zudem könnte man den Platz mit kleineren Rasenflächen versehen, anstatt ihn vollständig zu pflastern. Entscheidend sei der Bereich um die Bachstraße. Hier sollte man darüber nachdenken, den gesamten Bereich fußufig zu machen, damit die Außengastronomieangebote ausgeweitet werden könnten.

 

Die FDP-Fraktion hielt die Entwürfe für etwas fantasielos. Der Siegerentwurf habe zum einen zur Konsequenz, dass Stellplätze wegfielen und zum anderen werde der Einrichtungsverkehr in der Leineweberstraße zementiert. Der Idee, die Fußngerbrücke abzureißen, könne man sich anschließen. Die Fraktion war ebenfalls der Meinung, dass die Entwürfe keinen großen Wurf darstellten. Auf dem Kaiserplatz künftig das Parken zu verbieten, werde kritisch gesehen. Es bestehe nicht die Notwendigkeit, den Kaiserplatz aus städtebaulicher Sicht als Platz zu nutzen. Zudem erscheine die Attraktivität eines neu gestalteten Platzes am Kohlenkamp fragwürdig.     

 

Der Vorsitzende merkte an, dass ein Abriss der Fußngerbrücke zum Forum unter Umständen schwierig sein könnte, weil es sich wegen der Bemalung womöglich um ein Kunstwerk handele.

 

Die CDU-Fraktion zeigte sich erfreut über Entwürfe und erkannte bei den jeweiligen Planungen Vor- und Nachteile. Positiv am Siegerentwurf sei die Verbindung der Leineweberstraße mit dem Kirchenhügel, die neu gestalteten Plätze zwischen der Leineweberstraße und dem Petrikirchenhaus sowie die geplante Begrünung am Dickswall. Negativ zu sehen sei die Verringerung der Stellplätze. Im Großen und Ganzen müsse die Bürgerschaft bei dem Projekt mitgenommen werden. Aus dem Grund beabsichtige man, das Verfahren positiv zu begleiten.

 

Die Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN bewertete die Gesamtplanung des Siegerentwurfs positiv. Das Begrünungskonzept für die Leineweberstraße sei gelungen. Die Schaffung platzartiger Räume am Kohlenkamp und in der Bachstraße werde ebenfalls positiv gesehen. Der Wegfall von Stellplätzen sei nicht tragisch, da ein Mangel an Parkraum in der Innenstadt nicht vorliege. Dies sei durch das in einer der letzten Sitzung des Planungsausschusses vorgestellte Parkraumkonzept zweifelsfrei belegt worden. Alternativ könne man jedoch darüber nachdenken, den Stadthallenparkplatz wieder gebührenfrei zur Verfügung zu stellen.   

 

Die Verwaltung hrte aus, dass das Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs nicht zufriedenstellend sei. Aus dem Grund solle man es lediglich als Anregung verstehen. Als nächstes beabsichtige man, die Ergebnisse öffentlich zu machen. Mit Hilfe künftiger Anregungen durch die Bürgerschaft werde der Siegerentwurf nochmals überarbeitet. Bezüglich der Neugestaltung der Leineweberstraße werde es voraussichtlich keine Lösung geben, die allen Interessenlagen Rechnung trage. Es sei wichtig zu betonen, dass der Siegerentwurf keine Vorfestlegungen treffe, sondern lediglich als Grundlage für die Öffentlichkeitsbeteiligung diene.

 

Die SPD-Fraktion befand, dass der Siegerentwurf eine gute Diskussionsgrundlage darstelle, da dessen Grundzüge geteilt würden.

 

Die CDU-Fraktion erkundigte sich, ob das ruhende Straßenbahngleis erhalten bleibe.

 

Die Verwaltung antwortete, dass laut Auskunft der MVG mbH das ruhende  Straßenbahngleis an dem Standort verbleiben müsse.

 

Die CDU-Fraktion begrüßte die Öffentlichkeitsbeteiligung und bat die Verwaltung bei ihren Planungen zu berücksichtigen, dass der Kanal in der Kaiserstraße noch erneuert werden müsse.

 

Die SPD-Fraktion bat darum, künftig noch etwas detailreichere Informationen über das ruhende Gleis zu erhalten.

 

Die Verwaltung erkundigte sich im Anschluss an die Sitzung bei der MVG mbH und konnte inzwischen in Erfahrung bringen, dass die Kehrmöglichkeit am Kaiserplatz nach Umstellung auf den 15-Minuten-Takt nur noch für die Linie NE 112 benötigt werde. Mit der Neugestaltung der Leineweberstraße solle die Haltestelle vom Kaiserplatz auf die Leineweberstraße verlegt werden. Am Kaiserplatz sei dann lediglich ein Stumpfgleis als Kehrglichkeitr die Linie NE 112 erforderlich.