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Auszug - Sachstandsbericht zum Baden in der Ruhr  

 
 
Sitzung des Sportausschusses (Etat)
TOP: Ö 8
Gremium: Sportausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 18.09.2017 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:39 Anlass: Etat
Raum: Mülheimer Ruder-Gesellschaft e. V.
Ort: Mendener Str. 74
 
Beschluss
Wortprotokoll

 

 


Beratungsverlauf:

Frau Ellerwald informierte den Ausschuss über den derzeitigen Sachstand zum Thema "Baden in der Ruhr".

 

Das IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasserforschung gGmbH habe vom 15.05. bis 15.09.17 montags bis freitags Wasserproben am Ruhrstrand genommen. In den kommenden Tagen lägen die restlichen Probeergebnisse vor. Daran schließen sich die Bewertung der Wasserqualität sowie die Konzipierung des Frühwarnsystems an.

 

Der Anregung aus dem letzten Sportausschuss folgend habe die Verwaltung auch Kontakt mit dem Ruhrverband aufgenommen. Von dort würden die Entlastungstage der Regenüberlaufbecken zur Verfügung gestellt. Der Ruhrverband werde sich auch mit dem IWW in Verbindung setzen und ggf. weitere erforderliche Angaben nachreichen.

 

Wie bereits in der Vorlage dargestellt, befinde sich der Ruhrstrand im Landschaftsschutzgebiet, so dass für die Einrichtung einer Badestelle eine naturschutzrechtliche Befreiung erforderlich sei. Das beauftragte Ingenieurbüro habe die Fertigstellung des Landschaftspflegerischen Begleitplans und der Artenschutzprüfung für Ende September in Aussicht gestellt.

 

Ferner führte Frau Ellerwald aus, dass beim Einrichten einer Badestelle der Verkehrssicherungspflicht bekanntlich eine besondere Bedeutung zukomme. Um keine Aspekte bei den Anforderungen der Verkehrssicherungspflicht außer Acht zu lassen, hätte die Verwaltung die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen beauftragt, eine gutachterliche Stellungnahme zu erarbeiten. Im Ergebnis habe die Gesellschaft die Einrichtung einer Badestelle empfohlen und bestätige damit die bisherigen Planungen der Verwaltung. In diesem Kontext erläuterte Frau Ellerwald den Unterschied zwischen einer Badestelle und eines Naturbades. Eine Badestelle sei nicht eingezäunt, es werde kein Eintritt verlangt, an einer Badestelle fehlten Wasserattraktionen und eine Wasseraufsicht sei nicht erforderlich, allerdings an Tagen mit höherem Besucheraufkommen sinnvoll.

 

Im August habe zudem ein Abstimmungstermin mit der Bezirksregierung Düsseldorf stattgefunden, da sich die Ruhr mit der angedachten Badestelle im Überschwemmungsgebiet befinde. Die Strömungsverhältnisse, Pegelstände und sonstigen Einrichtungen, wie ein Sanitätswagen oder Schilderanlagen, würden Bestandteil der „Privatrechtlichen Gestattung für die Nutzung der Ruhr" sein, die die Verwaltung mit der Bezirksregierung Düsseldorf als Eigentümerin der Ruhr abschließen müsse.

 

Im kommenden Sportausschuss im November würde über die Auswertung der Wasserqualität und den dann weiteren Sachstand berichtet.

 

Ihren Bericht schloss Frau Ellerwald mit einer Zusammenfassung der Badetage für das Naturbad am Baldeneysee. An 47 Tagen wäre das Schwimmen erlaubt gewesen. An 78 Tagen hätte das zur Kontrolle eingerichtete Frühwarnsystem angeschlagen und die Stadt hätte folglich ein Badeverbot verhängt. Nach den Messungen des Ruhrverbandes zur Belastung des Ruhrwassers sei jedoch an viel weniger Tagen eine gesundheitsgefährdende Anzahl von Keimen nachgewiesen worden. Demnach wäre das Schwimmen an ca. 100 Tagen möglich gewesen. Ob diese Auswertung auf Mülheim übertragen werden könne, sei bisher nicht abschätzbar.