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Vorlage - V 15/0459-01  

 
 
Betreff: Friedrich-Wennmann-Bad: Kostenschätzung für den Neubau eines Hallenbades
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Herr Buchwald, Tel.: 2301
Federführend:Amt 26 - ImmobilienService Beteiligt:Amt 30 - Rats- und Rechtsamt
    Amt 26 - ImmobilienService
   Amt 52 - Mülheimer SportService
   Referat II
   Referat V
   Referat I
Beratungsfolge:
Sportausschuss Kenntnisnahme
09.06.2015 
Sitzung des Sportausschusses zur Kenntnis genommen   
Finanzausschuss Kenntnisnahme
23.06.2015 
Sitzung des Finanzausschusses zur Kenntnis genommen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Systemskizze  
Prämissen zum Wirtschaftlichkeitsvergleich  
Wirtschaftlichkeitsvergleich  

Behandlungsvorschlag:

Die o.g. Gremien nehmen den Bericht zur Kenntnis.


Bericht:

Das Gutachten des Architekturbüros Meese und Partner hat einen erheblichen Sanierungsbedarf mit Kosten in Höhe von 10.035.000 € zur Umsetzung in den nächsten 10 Jahren festgestellt (siehe auch V 15/0142-01). Mit den Sanierungsarbeiten der Prioritätsstufe I müsste bereits in diesem Jahr begonnen werden. Sie würden innerhalb von 2 Jahren umgesetzt werden. Hierfür sind im Begleitbeschluss zum Haushaltsplan 1.500.000 € eingeplant und per Ratsbeschluss vom 17.12.2014 bewilligt worden.

 

Aufgrund der Höhe der einzusetzenden finanziellen Mittel für eine Sanierung und des Alters des Bades (40 Jahre) wurde die Frage nach dem Neubau eines Hallenbades mit vergleichbarer Ausstattung und Größe wie das Friedrich-Wennmann-Bad aufgeworfen.

Für den Neubau wurde ein Standort auf dem Grundstück des derzeitigen Friedrich-Wennmann-Bades an der Frohnhauser Straße für die vereinfachte Kostenschätzung angenommen.

Bei der Berechnung wurde davon ausgegangen, dass die vorhandene Infrastruktur (Parkplätze/Außenanlagen etc.) übernommen wird.

Weiterhin hat die gewählte Lage des neuen Bades den Vorteil, dass während des Neubaus das alte Bad weiter genutzt werden kann (siehe Anlage 1, Sytemskizze). Bei der Wahl eines anderen Standortes wären die Kosten für die Infrastruktur hinzu zu rechnen.

 

Schwerpunktmäßig soll das Bad von der Öffentlichkeit genutzt werden sowie auch von Schulen und vereinzelt von Vereinen. Dafür müssen eine Bahnlänge von 25 m, ein Lernschwimmbecken, ein Sprungturm sowie Sozial- und Umkleideräume zur Verfügung stehen. Darüber hinaus soll aufgrund der neuen Technik eine Einsparung im Energiebereich erzielt werden.

 

Zum Vergleich und um Anhaltspunkte für die möglichen Kosten eines Neubaus zu errechnen, wurden Beispiele aus anderen Kommunen herangezogen, die in den letzten Jahren ein neues Hallenbad errichtet haben.

 

  • Lindenbad in Halle (Westfalen) Baujahr 2014; Sportbecken mit Sprunganlagen, Lehrschwimmbecken, Kinderbecken mit Rutsche 1)

 

 

 

netto

brutto

Baukosten

 

6.500.000 €

7.735.000 €

Bruttogrundfläche

2.500 m²

2.600 €/m²

3.094 €/m²

Bruttorauminhalt

14.000 m³

464,29 €/m³

552,50 €/m³

             

 

  • Hallenbad Kerpen; Baujahr 2011; Sportbecken ohne Sprunganlagen, Lehrschwimmbecken 2)

 

 

 

netto

brutto

Baukosten

 

5.200.000 €

6.188.000 €

Bruttogrundfläche

2.866 m²

1.814,38 €/m²

2.159,11 €/m²

Bruttorauminhalt

11.700 m³

444,44 €/m³

528,89 €/m³

 

 

  • Erka-Hallenbad Erkelenz; Baujahr 2012; Sportbecken mit Sprunganlage, Erlebnisschwimmbecken und Strömungskanal, separate Wasserrutschen 3)

 

 

 

netto

brutto

Baukosten

 

7.983.193 €

9.500.000 €

Bruttogrundfläche

3.480 m²

2.294 €/m²

2.729,89 €/m²

Bruttorauminhalt

 

 

 

 

 

  • Panoramabad Pappelsee Kamp-Lintfort; Baujahr 2012; Sportbecken mit Sprunganlage, Lehrschwimmbecken 4)

 

 

 

netto

brutto

Baukosten

 

8.500.000 €

10.115.000 €

Bruttogrundfläche

2.766 m²

3.073,03 €/m²

3.656,91 €/m²

Bruttorauminhalt

14.580 m²

582,99 m³

693,76 m³

 

Aus diesen Angaben wurden ein Mittelwert für die Bruttogrundfläche und ein Mittelwert für den Bruttorauminhalt errechnet. Diesen Mittelwerten wurde eine Teuerungsrate von 8,6 % (Mittelwert der jährlichen Teuerungsrate von 1,5 % in Bezug auf das Baujahr des jeweiligen o.a. Hallenbades und des angenommenen Baujahres für den Mülheimer Neubau ab 2018) hinzugerechnet. Für die Bruttogrundfläche ergibt sich ein Mittelwert von 3.160,94 €/m² und für den Bruttorauminhalt von 642,75 €/m³.

 

Als zweiter Vergleichswert wurden auch die Mittelwerte der Baukosten nach BKI 5) von 3.149,75 €/m² für die Bruttogrundfläche und 679,94 €/m³ für den Bruttorauminhalt ermittelt.

 

Die gerundeten Mittelwerte aus beiden Berechnungen (Beispiele anderer Kommunen + Baukosten nach Din 276) lauten:

 

Bruttogrundfläche 3.150 €/m²

Bruttorauminhalt    660 €/m³

 

Das Friedrich-Wennmann-Bad verfügt über eine Bruttogrundfläche von 3.438,83 m² und einen Bruttorauminhalt von 17.213,55 €/m³.

 

Mit diesen Angaben konnten die Kosten für den Neubau eines Hallenbades unter den o.g. Voraussetzungen berechnet werden. Zu beachten ist, dass keine Machbarkeitsstudie vorliegt und keine Voruntersuchungen des Grundstücks sowie keine Baugrunduntersuchung vorgenommen wurde. Ebenfalls ist von einem normalen Hallenbad ohne verschiebbares Dach ausgegangen worden. In der Tabelle wird daher auch eine Spannweite der möglichen Kosten von +/- 25 % ausgewiesen.

 

angenommenes Baujahr 2018

von (-25 %)

Minimalwert

Mittelwert

bis (+25 %)

Maximalwert

Baukosten Bad wie FWB, jedoch als Halle

8.250.000 €

11.000.000 €

13.750.000 €

Abbruchkosten

290.000 €

400.000 €

520.000 €

Gesamtaufwendungen

8.540.000 €

11.400.000 €

14.270.000 €

gerundet

8.500.000 €

11.400.000 €

14.300.000 €

 

(Die o.g. genannten Werte sind Bruttokosten inkl. 19 % MwSt. Bei den Investition in die BGA- Bäder werden später die Nettosummen angesetzt.)

 

 

1) siehe Zeitschrift AB Archiv des Bauwesens 07/2014, ab Seite 394

2) siehe Zeitschrift AB Archiv des Bauwesens 07/2014, ab Seite 14

3) siehe Zeitschrift AB Archiv des Badewesens 12/2012, ab Seite 788

4) siehe Zeitschrift AB Archiv des Badewesens 10/2013, ab Seite 594

5) siehe BKI, Baukosten 2013 Teil 1, Statistische Kostenkennwerte für Gebäude, Herausgeb. Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern

 

 

Wirtschaftlichkeitsberechnung:

 

Aufgrund der o.g. Daten und den Prämissen für die Wirtschaftlichkeitsberechnung gem. Anlage 2 wurde eine Wirtschaftlichkeitsvergleich über 35 Jahre durchgeführt (siehe Anlage 3).

 

Das Ergebnis des Wirtschaftlichkeitsvergleichs weist bei der Variante „Mittelwert“ einen Vorteil für den Neubau von rd. 1,9 Mio. € auf einen Betrachtungszeitraum von 35 Jahren gegenüber der Renovierungsvariante aus.

Bei der Variante „Maximalwert“ beträgt der Vorteil für die Renovierung rd. 673 T€.

 

Vorgenannte Daten sowie die Wirtschaftlichkeitsberechnung basieren auf geschätzten Mittelwerten bei einer angenommenen Größe und Ausstattung des Friedrich-Wennmann-Bades.

 

 

Gleichstellungsrelevante Aspekte

 

Gleichstellungsrelevante Aspekte sind nicht erkennbar.

 


Finanzielle Auswirkungen:

Der Neubau eines Hallenbades kostet im Mittelwert 11.400.000 € inkl. Abriss und wäre über 2 Haushaltsjahre zu finanzieren. Diese Mittel stehen nicht zur Verfügung. Umschichtungen / Verzicht auf Investitionsprojekte wären notwendig und ggf. im Rahmen der Haushaltsberatungen zu entscheiden.

 

Derzeit stehen im beschlossenen Haushalt 2015 für die Sanierung des Friedrich-Wennmann-Bades in den Jahren 2014 bis 2017 bei der Finanzstelle PN 01263 99 124 insgesamt investiv 1.509 T€ zur Verfügung.

 

I . V.

Uwe Bonan


Anlagen:

Anlage 1: Systemskizze

Anlage 2: Prämissen zum Wirtschaftlichkeitsvergleich

Anlage 3: Wirtschaftlichkeitsvergleich

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Systemskizze (839 KB)      
Anlage 2 2 Prämissen zum Wirtschaftlichkeitsvergleich (32 KB)      
Anlage 3 3 Wirtschaftlichkeitsvergleich (193 KB)