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Vorlage - A 15/0613-01  

 
 
Betreff: Günther- Smend - Platz
Antrag des Stadtverordneten Herrn Jochen Hartmann vom 24.07.2015
Status:öffentlichVorlage-Art:Person-Antrag
Verfasser:Herr Stadtverordneter Hartmann
Federführend:Referat VI Beteiligt:Referat I
    Referat III
   Amt 30 - Rats- und Rechtsamt
   Amt 41 - Kulturbetrieb
   Referat VI
   Referat V
Beratungsfolge:
Hauptausschuss Vorberatung
03.09.2015 
Sitzung des Hauptausschusses abgelehnt   
Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr Entscheidung
01.10.2015 
Sitzung des Rates der Stadt Mülheim an der Ruhr (Etat) zurückgezogen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Der Rat der Stadt möge beschließen:

1.

Der künftige Oberbürgermeister wird beauftragt, durch Gespräche mit den Familienangehörigen Smend deren Einverständnis einzuholen, um den Bereich des Ehrenmals für die Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus im Luisental nach Günther Smend zu benennen;

2.

Der Platz um das Ehrenmal für die Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus im Luisental wird als

nther-Smend Platz

benannt.

 

 

 

 

 


Begründung:

Seit dem zuletzt von mir eingebrachten Antrag  14/0574-01 scheint ein Umdenken in Teilen des Rates stattgefunden zu haben. So hat die Bürgermeisterin, Margarete Wietelmann, den Mülheimer Widerstandskämpfer Günther Smend im Rahmen ihrer Rede zum 20. Juli  in diesem Jahr in besonderer Weise als verdienten Patrioten, der sich dem Unrechtsregime unter Einsatz seines Lebens widersetzt hat, herausgestellt.

Mehr als 70 Jahre nach dem „Aufstand des Gewissens“ am 20. Juli 1944 erscheint es angezeigt, dem daran beteiligten Mülheimer Bürger und Offizier Günther Smend dauerhaft zu gedenken, um die Erinnerung an ihn  als Mahnung und Verpflichtung ins Gedächtnis der Mülheimerinnen und Mülheimer zu rufen.

 

Am Ratssaal in Mülheim wird zu Recht mit einem Gedenkstein an im sogenannten III. Reich ermordete Stadtverordnete erinnert. Dabei handelt es sich auch nur um einen Ausschnitt des Widerstands. Einem anderen Aspekt des Widerstands diente nun die Benennung des Platzes am Ehrenmal.

 

Im SPIEGEL 30/2015 heißt es in einem Bericht über den deutschen Widerstand u.a.: „Der Blick auf all diese Menschen, die sich im Untergrund, im Staatsapparat oder in privaten Zusammenhängen gegen die Nazis auflehnten, zeigt ein anderes Deutschland. Jetzt, da die ideologischen Verkrustungen gesprengt und die verschiedenen Stadien der gesellschaftlichen Aufarbeitung durchschritten sind, gilt es, das vollständige Bild des Widerstands zur Anschauung zu bringen. Und all jene vor dem Vergessen zu bewahren, die damals  die kategorische Ablehnung der Mutlosigkeit praktizierten, wie es der jüdische Schriftsteller und Totalitarismus – Kritiker Manes Sperber es anderer Stelle treffend gesagt hat.“

 

Wir sollten die genannten „ideologischen Verkrustungen“, die zur Ablehnung dieses Antrags in der Vergangenheit geführt haben, nun auch in Mülheim aufsprengen. Das dürfte auch ganz  im Sinne der Worte der Mülheimer Bürgermeisterin Wietelmann sein.

 

Der Bereich ist bisher unbenannt. Es gibt keine unmittelbaren Anwohner, die durch eine Umbenennung beeinträchtigt werden könnten.

 

Wegen der besonderen Bedeutung  des Ehrenmals ist die Zuständigkeit des Hauptausschusses bzw. des Rates der Stadt begründet.

 

Jochen Hartmann

Stadtverordneter