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Vorlage - V 15/0832-01  

 
 
Betreff: Neugestaltung des Platzraumes Sültenfuß (Oberhausener Straße)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Verfasser:Voß, Helmut, Tel. 6622
Beteiligt:Amt 30 - Rats- und Rechtsamt   
Beratungsfolge:
Bezirksvertretung 2 Entscheidung
03.11.2015 
Sitzung der Bezirksvertretung 2 (Etat) ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Anlage 1  
Anlage 2  
Anlage 3  
Anlage 4-6  

Beschlussvorschlag:

 

Die Bezirksvertretung 2 beschließt entsprechend den folgenden Erläuterungen und beigefügten Anlagen die Neugestaltung des Platzraumes Sültenfuß (Oberhausener Straße) sowie die Verlagerung der vorhandenen Wertstoffsammelstelle. Im Falle einer Nichtinanspruchnahme der in diesem Jahr bereitstehenden Mittel werden diese im Rahmen einer Ermächtigungsübertragung in daschste Jahr übertragen. Ferner fasst die Bezirksvertretung 2 einen vorgezogenen Vergabebeschluss.

 

 


Begründung:

 

Der Platzraum im Bereich der Haltestelle Sültenfuß an der Oberhausener Straße bildet das städtebauli­che Zentrum des Mülheimer Stadtteils Styrum und weist erhebliche gestalterische und funktionale Mängel auf. Nach einem mehrstufigen Planungsprozess mit Bürgerbeteiligung hat die Bezirksvertretung 2 auf der Grundlage eines Gestaltungskonzeptes des Architekturbüros Lorber+Paul am 10.06.2008 den Planungsbeschluss gefasst, um diesen Bereich nachhaltig aufzuwerten.

Mit Genehmigung des Haushaltes 2014 standen erstmalig Finanzmittel zur Erstellung der Entwurfsplanung zur Verfügung; in der Sitzung der Bezirksvertretung 2 am 09.03.2015 hat die Verwaltung den seinerzeitigen Stand der Entwurfsplanung vorgestellt. Bei verschiedenen Veranstaltungen im Stadtteil und Ortsterminen hat die Verwaltung die Planung in der Zwischenzeit der interessierten Öffentlichkeit und Anliegern vorgestellt, konkretisiert und fortgeschrieben.

 

Planerische Beschreibung:

 

Durch die einheitliche und zusammenhän­gende Neugestaltung aller Teilflächen des Sültenfußes entsteht ein attraktiver Stadtplatz als Begeg­nungs- und Aufenthaltsort, der dem Stadtteil eine neue räumliche Identität verleiht.

Darüber hinaus realisiert der Um­bau zeitgemäße bauliche Standards. So ist unter anderem der konsequente barrierefreie Ausbau inklusi­ve systematischer Integration eines Blindenleitsystems ein wesentlicher Planungsinhalt.

 

Multifunktionsfläche

Es entsteht an Stelle eines „klassischen“ Parkplatzes eine Fläche, die den unterschiedlichen Nutzungen Rechnung trägt und gleichzeitig eine barrierefreie Erschließung aller Bereiche sicherstellt. Hierbei ist eine möglichst unauffällige Einbindung aller erforderlichen Funktionen, wie etwa der Parkierung, vor­gesehen. Es wird genügend Raum von Einbauten freigehalten und befahrbar ausgebildet, um auch die Marktnutzung zu unterstützen.

 

Die Fahrbahn der Goebenstraße wird dementsprechend ebenfalls als Pflasterfläche ausgeführt. Eine hellgraue Entwässe­rungsrinne aus Betonsteinplatten markiert die Fahrbahn. Als Abschluss zu den Fassaden wird eine Läu­ferreihe des gleichen Pflasters verlegt.

 

Die Busbucht soll ebenfalls in Pflasterbauweise ausgeführt werden. Da es sich hier um eine hochbelastete Fläche handelt, soll eine sogenannte "Ecostone-Bauweise" angewendet werden, die ein Kippen und Drehen der Pflastersteine verhindern soll (siehe Anlage 2).

 

Der Gehweg entlang der westlichen Straßenseite der Oberhausener Straße wird vor der Ladenzeile unter Aufgabe des Linksabbiegestreifens in die Goebenstraße erweitert. Im Fahrbahnbereich kann ein Schutzstreifen für Radfahrer markiert werden, der bei einer weiteren Umgestaltung der Oberhausener Straße fortgeführt werden soll.

 

Die Flächen werden prägnant mit hochwertigem Betonsteinpflaster (Betonpflastersteine mit Natursteinsplittvorsatz, gestrahlt und / oder geschliffene Oberflächen) in drei verschiedenen Grau­tönen im (Regelformat 30 x 20 cm) erstellt. Pflasternägel dienen als dezente Stellplatzmarkierung und stören damit nicht das Gesamtbild des Platzes.

 

Die Baumbeete im nördlichen Bereich werden durch Beton-Hochbordsteine, die Beete im südlichen Be­reich durch Beton-Tiefbordsteine (alle Bordsteine Farbe quarz hell) eingefasst.

Zur Fahrbahn der Oberhausener Straße wird im Regelfall ein Beton-Hochbordstein eingebaut. Im Bushal­testellenbereich wechselt der Bordstein zu einem Buskapstein des gleichen Farbtons.

 

Begrünungskonzept

Die Stimmung des Stadtraumes wird durch die Vegetationsverwendung geprägt. Im Gegensatz zum Planungsbeschluss sollen die Kirschbäume bzw. Baumhasel südlich der Goebenstraße bzw. des Rosenkamps erhalten bleiben. Lediglich die Fällung zweier  Ahorn- und zweier Amberbäume ist aufgrund deren ungünstigen Standorte und Wuchsform für eine Neugestaltung des Platzes erforderlich.

Acht neue Bäume  (Säulen-Amberbaum (Liquidambar styraciflua 'Paarl') werden in einen Raster neu gepflanzt.

Aus dem Raster entwickeln sich Baumbeete von 1,5 Metern Breite und 3 Metern Länge. Sie werden zu­sätzlich entweder mit immergrünen Gehölzen (Fächer-Zwergmispel) oder Stauden (Weißrand-Japan-Segge) bepflanzt.

Die Unterpflanzung der Zierkirschen und Baumhaseln im südlichen Bereich wird durch eine Wasser gebundene Wegedecke ersetzt.

 

Einbauten, Aufenthaltsbereiche und Ausstattung

Die vorhandene Wertstoffsammelstelle ist mit einer Aufwertung der Platzfläche unvereinbar. Im Rahmen des Projektes ist eine Verlagerung an die Oberhausener Straße/ Ecke Feldstraße (siehe Anlage 3) im Zusammenhang mit dem dort geplanten Straßenausbau (Parkstreifen) notwendig. Der Platz wird des Weiteren durch die Aufgabe der unansehnlichen Grünfläche bzw. Bündelung und Einhausung der Schaltkästen zusätzlich „entrümpelt“.

Bänke (Metall, anthrazit pulverbeschichtet) sind auf dem Marktplatz in der Verlängerung der Baumbeete vorgesehen.

Fahrradanlehnbügel (Clivus 5654, Oberfläche feuerverzinkt und pulverbeschichtet) und Abfallbehälter (ESE Tara 100, Werkstoff: Stahl verzinkt, lackiert) sind in angemessener Zahl vorgesehen. Die Fahrradan­lehnbügel werden vor der Apotheke (im nördlichen Bereich) mit ausreichendem Fassadenabstand einge­baut.

Poller (Prünte Strato 90, Farbton glimmer-anthrazit DB 703)  im  Bereich des Marktplatzes / der Goebenstraße dienen als Grenze zwischen Bürgersteig und Fahrbahn und zeichnen die Fahrspur nach. Poller sind weiterhin im Bereich Rosenkamp aufgrund der dort verstärkt auftretenden Falschparkerproblematik vorgesehen. 

 

 

Licht

In den Zwischenräumen zwischen den Baumpflanzungen werden, angelagert an die Parkstände, einheitliche Mastleuchten (Hess FARO) auf dem Vorplatz platziert; ferner werden in den Baumbeeten Baumstrahler verortet. Die Mastleuchtenverteilung findet auf dem Gehweg auf der anderen Seite der Oberhausener Straße ihre Entsprechung.  Zwei weitere Mastleuchten befinden sich südlich der Goebenstraße und zwischen den Baumhaseln im südwestlichen Bereich.

Die Beleuchtung wird mit LED-Leuchtmitteln ausgeführt.

 

Entwässerung

Die Entwässerung wird unauffällig in die Oberfläche integriert. Entlang der Fahrspur auf der Platzfläche ermöglichen parallel zur Gebäudekante eingeplante Rinnen mit Punktabläufen die Entwässerung.

Gleichermaßen ermöglichen Rinnen mit Punktabläufen entlang der Fahrspur der Goebenstraße die Entwässerung.

An der Ecke Rosenkamp/Oberhausener Straße erhält der Gehweg eine deutliche Querneigung zur Fahrbahn, um das tiefer liegende und damit potentiell überflutungsgefährdete Grundstück (Sparkasse) optimal zu schützen. Der hieraus resultierende Höhenversprung an der Grundstücksgrenze wird durch zwei Stufen (Betonstein) gefasst. Die Stufen verschleifen zur Bürgersteigshöhe, so dass die anliegenden Grundstücke weiterhin über breite barrierefreie Zugänge verfügen.

 

Bauzeit und Verkehrsführung

Baubeginn ist im Sommer 2016 bei einer Bauzeit von 4-5 Monaten vorgesehen.

Die Verkehrsführung soll während der Bauzeit grundsätzlich aufrechterhalten bleiben, wobei mit Behinderungen z.B. wegen der Mitbenutzung der Gleiszone im Haltestellenbereich zu rechnen ist. Die MVG plant im Anschluss eine teilweise Instandsetzung bzw. Erneuerung ihrer Anlagen.

 

 


Finanzielle Auswirkungen:

 

Für die Neugestaltung des Platzraumes Sültenfuß stehen Finanzmittel in Höhe von 585.000 € im Haushalt 2015 unter der Finanzstelle PN 12020B9204 zur Verfügung.

 

I.V.

Peter Vermeulen

 


Anlagen:

 

Anlage 1 - 6

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 (1752 KB)      
Anlage 2 2 Anlage 2 (1098 KB)      
Anlage 3 3 Anlage 3 (258 KB)      
Anlage 4 4 Anlage 4-6 (782 KB)