Bürgerinformationssystem

Vorlage - V 16/0033-01  

 
 
Betreff: Betreuungsangebote in den Kindertageseinrichtungen im Kindergartenjahr 2016/2017
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Verfasser:Frau Gerent, Tel. 4503
Federführend:Amt 45 - Amt für Kinder, Jugend und Schule Beteiligt:Referat V
    Amt 30 - Rats- und Rechtsamt
   Referat III
   Referat I
Beratungsfolge:
Bezirksvertretung 1 Vorberatung
01.02.2016 
Sitzung der Bezirksvertretung 1 geändert beschlossen   
Bezirksvertretung 2 Vorberatung
02.02.2016 
Sitzung der Bezirksvertretung 2 ungeändert beschlossen   
Bezirksvertretung 3 Vorberatung
18.02.2016 
Sitzung der Bezirksvertretung 3 ungeändert beschlossen   
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
22.02.2016 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses geändert beschlossen   
Integrationsrat Vorberatung
25.02.2016 
Sitzung des Integrationsrates geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
AnlageBetreuungsstruktur2016_17, 48,4 KB  

Beschlussvorschlag:

Der Jugendhilfeausschuss stimmt der im Rahmen der Jugendhilfeplanung und im Trägerdialog vom 07.01.2016 abgestimmten Planung der Betreuungsangebote in den Kindertageseinrichtungen gemäß der beigefügten Anlage zu.


Begründung:

Gemäß § 24 des achten Sozialgesetzbuches (SGB VIII) sind die Träger der öffentlichen Jugendhilfe für die Vorhaltung eines bedarfsgerechten Betreuungsangebotes verantwortlich. Im Rahmen des KiBiz sind dem Landschaftsverband Rheinland jährlich zum 15.03. die zukünftigen Gruppenstrukturen und Betreuungsangebote in den Kindertageseinrichtungen einrichtungsscharf zum folgenden Kindergartenjahr zu melden. Die Meldung ist die Grundlage der Landesbezuschussung und bedarf der Zustimmung des Jugendhilfeausschusses.

 

Die vorliegende Übersicht über die geplante Gruppenstruktur für das Kindergartenjahr 2016/2017 ist das Ergebnis aus der Abstimmung im Trägerdialog vom 07.01.2016 und damit vorläufige Datengrundlage für die dem Landschaftsverband zu meldenden Platzzahlen. Im weiteren Abstimmungsprozess zwischen der kommunalen Jugendhilfeplanung sowie den Trägern können sich bis zum 15.03.2016 ggf. noch geringfügige Änderungen (die z.B. auf veränderte Lebenslagen von Familien, wie z.B. Aufnahme einer Berufstätigkeit, veränderte Lebenssituation, etc. zurückzuführen sind) innerhalb der Gruppenstruktur ergeben.

 

Im Trägerdialog wurde beschlossen, Überbelegungen der Ü3-Gruppen – wie bereits im zurückliegenden Kindergartenjahr – zu ermöglichen. Voraussetzung dafür ist die Prüfung der fachlichen Unbedenklichkeit im Rahmen der Bezuschussungsrichtlinien für eine temporäre Überbelegung für ein weiteres Kindergartenjahr. Die Refinanzierung dieser Überbelegung durch Landesmittel ist damit sichergestellt. Ein sukzessiver Abbau der Überbelegungen wird künftig im Zuge des weiteren Ausbaus von Kindertageseinrichtungen weiterhin angestrebt.

 

Im Rahmen der Inklusion können grundsätzlich in allen Einrichtungen Kinder mit einer (drohenden) wesentlichen Behinderung aufgenommen werden. Aus diesem Grund werden in der Betriebserlaubnis jeder Kindertageseinrichtung die auf der Grundlage der im KiBiz beschriebenen Regelgruppen ermittelten Platzzahlen ohne Gruppenstärkenreduzierung geführt. Nimmt eine Einrichtung ein Kind mit (drohender) wesentlicher Behinderung auf, so ist die Gruppenstärke entsprechend um einen weiteren Platz zu reduzieren, ohne dass dies Auswirkungen auf die Betriebserlaubnis der jeweiligen Einrichtung hat. Durch diese Vorgehensweise wird zum einen der Zugang zu der von den Eltern gewünschten Kindertageseinrichtung erleichtert, gleichzeitig aber auch den besonderen Bedürfnissen von im kommenden Kindergartenjahr 95 (11 U3- und 84 Ü3-) Kindern mit einer (drohenden) wesentlichen Behinderung Rechnung getragen. Eine entsprechende Anzahl an Betreuungsplätzen (95) ist demzufolge freizuhalten, so dass in der beigefügten Anlage neben der Betreuungsquote anhand der zur Verfügung stehenden Platzzahlen, ergänzend auch noch einmal die Betreuungsquoten anhand der tatsächlich versorgten Kinder ausgewiesen wird.

 

Mit Blick auf das für das Kindergartenjahr 2016/2017 geplante Betreuungsangebot in Kindertageseinrichtungen können folgende generelle Aussagen getroffen werden:

 

  1. Der Rechtsanspruch für die Betreuungsangebote der 3jährigen Kinder bis zum Schuleintritt kann aufgrund der Erweiterung des Gesamtangebotes trotz aktuell steigender Kinderzahlen weitestgehend umgesetzt werden. Durch die zum neuen Kindergartenjahr verbleibenden drei Interimseinrichtungen sowie durch Überbelegungen können den insgesamt 4.283 Kindern im Alter von 3-6 Jahren insgesamt 4.348 Plätze zur Verfügung gestellt werden, was für die genannte Altersgruppe einer Versorgungsquote nach Plätzen i. H. v. 101,5 % entspricht. Abzüglich der für Kinder mit (drohender) wesentlicher Behinderung freizuhaltenden Ü3-Plätze (aktuell 84 Plätze) entspricht dies einer tatsächlichen Versorgungsquote von 99,5 % der Kinder der entsprechenden Altersgruppe. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass das Angebot in der beschriebenen Größenordnung erst mit den im Laufe des Kindergartenjahres geplanten Inbetriebnahmen des eingruppigen Waldkindergartens an der Pettenkofer Straße (ehemalige Lernwerkstatt Natur) in städtischer Trägerschaft, der TE Burgstraße sowie der TE Frühlingsstraße (beide in freier Trägerschaft) umfänglich zur Verfügung steht. Die Planungen sehen außerdem vor, im Zuge der Inbetriebnahme der neuen TE Burgstraße dann zum Ende des Kindergartenjahres die städtischen TE Albertstraße aufzugeben und die Räumlichkeiten dann gemäß der Schulentwicklungsplanung einer schulischen Nutzung zuzuführen.

 

  1. Für die unter dreijährigen Kinder stehen, ebenfalls unter dem Vorbehalt der endgültigen Inbetriebnahme der Kindertageseinrichtungen Burgstraße und Frühlingsstraße im Laufe des Kindergartenjahres 1.089 U3-Plätze (rund 70 Plätze mehr als im laufenden Kindergartenjahr) in den Mülheimer Kindertageseinrichtungen zur Verfügung. Dieses Angebot wird ergänzt durch die Kindertagespflege, wobei die kommunale Jugendhilfeplanung 750 Plätze (davon 700 U3- sowie 50 ergänzende KTP Ü3) für das Kindergartenjahr 2016/2017 als bedarfsgerecht erachtet. Um eine entsprechende Refinanzierung des Angebotes durch Landesmittel vollumfänglich sicher zu stellen, wird die entsprechende Platzzahl für die Mittelanmeldung zum 15.03.2016 vorgesehen (im Jahresdurchschnitt wird planerisch von einer Inanspruchnahme des Kindertagespflegeangebotes von rund 550 Plätzen ausgegangen). Den in Summe angebotenen 1.789 Betreuungsplätzen steht ein statistischer Bedarf von 4.212 Kindern gegenüber, was einer Bedarfsdeckung i. H. v. 42,5 % entspricht. Abzüglich der für Kinder mit (drohender) wesentlicher Behinderung freizuhaltenden Plätze (aktuell 11 Plätze) entspricht dies einer tatsächlichen Versorgungsquote von 42,2 %.

 

Neben der gemeldeten Gruppenstruktur bzw. der Anzahl der Einrichtungsplätze sind für die Landesförderung die folgenden Kriterien relevant:

 

  • „plusKITA“- und Sprachfördereinrichtungen

Seit dem 01.08.2014 werden Kindertageseinrichtungen mit einem hohen Anteil von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf („plusKITA“) sowie die Tageseinrichtungen, die von einem hohen Anteil von Kindern mit festgestellten Sprachförderbedarf besucht werden, durch zusätzliche Landesmittel gefördert. Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Mülheim an der Ruhr hat in seiner Sitzung am 09.11.2015 die Verteilung der zusätzlichen Landesmittel für den Zeitraum vom 01.08.201631.07.2019 beschlossen. Die entsprechenden Einrichtungen sind der beigefügten Anlage (siehe Spalte 2 und 3) zu entnehmen.

 

  • Eingruppige Einrichtungen

Zu den eingruppigen Tageseinrichtungen zählen: die TE Knappenweg 28, die TE Düsseldorfer Straße 102 sowie der Interimstandort Erlenweg.

 

  • Waldkindergarten

Vorbehaltlich des noch ausstehenden Beschlusses (Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 22.02.2016) wird zum Kindergartenjahr 2016/2017 ein eingruppiger Waldkindergarten am Standort Pettenkofer Str. 3 (vormals Lernwerkstatt Natur) den Betrieb aufnehmen.

 

  • Tagespflegeplätze

Für die Altersgruppe der Kinder unter drei Jahren stehen aktuell insgesamt 550 Tagespflegeplätze zur Verfügung. Für die Kinder über drei Jahren handelt es sich um 50 Betreuungsplätze.

 

  • Familienzentren

Folgende zertifizierte Familienzentren finden Berücksichtigung:


Katholischer Träger: Althofstraße 12-14 (im Verbund mit Muhrenkamp 8), Langenfeld-straße 18 und Auf den Hufen 17 (als Verbundeinrichtungen), Beckstadtstraße 93 und Hing-bergstraße 178 (als Verbundeinrichtungen) sowie Marienstraße 12.

Evangelischer Träger: Muhrenkamp 8 (im Verbund mit Althofstraße 12-14), Arthur-Brocke-Allee 21, Kleiststraße 58, Schildberg 1, Feldstraße 17, Knappenweg 28, Duisburger Straße 276 sowie Waldbleeke 47.


Städtischer Träger: Kaiser-Wilhelm-Straße 29, Sellerbeckstraße 42, Friedrich-Karl-Straße 45, Hans-Böckler-Platz 1, Uhlandstraße 63 b, Aktienstraße 218 sowie Nordstraße 85.


Finanzielle Auswirkungen:

Keine

 

I.V.

Ulrich Ernst


Anlage:

Geplante Gruppenformen/Platzzahlen im Kindergartenjahr 2016/17 zum 01.08.2016 (Stand: 07.01.2016)

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 AnlageBetreuungsstruktur2016_17, 48,4 KB (48 KB)