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Vorlage - V 17/0923-01  

 
 
Betreff: Anmietung einer Containeranlage als Ersatz-Unterrichtsräume für die Gesamtschule Saarn
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Verfasser:Herr Willms, Tel. 2303
Federführend:Amt 26 - ImmobilienService Beteiligt:Referat I
    Referat II
   Referat V
   Amt 24 - Fachbereich Finanzen
   Amt 45 - Amt für Kinder, Jugend und Schule
Beratungsfolge:
Finanzausschuss Vorberatung
27.11.2017 
Sitzung des Finanzausschusses ungeändert beschlossen   
Bildungsausschuss Vorberatung
04.12.2017 
Sitzung des Bildungsausschusses ungeändert beschlossen   
Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr Entscheidung
07.12.2017 
Sitzung des Rates der Stadt Mülheim an der Ruhr ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Der Rat der Stadt beschließt die Anmietung einer Containeranlage für eine temporäre Nutzung als Unterrichtsräume während der Bauzeit der Wiederherstellung und Sanierung der Gesamtschule Saarn.


Begründung:

 

Brandschaden im Hauptgebäude

Am Montag, 25.09.2017, kam es im 1. Obergeschoss des Hauptgebäudes der Gesamtschule Saarn, Lehnerstr. 65, zu einem Großbrand. Dabei sind vier Unterrichtsräume (R. 260 – 263) zwischen zwei Treppenhäusern vollständig ausgebrannt. Weitere vier Räume sind aufgrund von Brandauswirkungen nicht nutzbar.

Durch den Brand haben statisch wichtige Bauteile, wie Decken- und Dachkonstruktionen, Schäden erlitten. Darüber hinaus ist der Stahlbetonrandunterzug an der Fensterfront stark beschädigt worden und Fassadenelemente müssen aufgrund von Absturzgefahr gesichert werden.  Außerdem sind angrenzende Räume vom Untergeschoss bis zum 1. Obergeschoss durch Rauchausbreitungen und Löschwasser beschädigt worden.

 

Die Untersuchungen bezüglich der Brandursache dauern an und sind noch nicht abgeschlossen. Ein chemisches Sachverständigenbüro wurde vom Feuerschutzversicherer beauftragt.

 

Sanierungsmaßnahmen

Nach dem Schulgesetz (SchulG) für das Land Nordrhein–Westfalen ist die Stadt verpflichtet, die für einen ordnungsgemäßen Unterricht erforderlichen Schulanlagen, Gebäude, Einrichtungen und Lehrmittel bereitzustellen und zu unterhalten sowie das für die Schulverwaltung notwendige Personal und eine am allgemeinen Stand der Technik und Informationstechnologie orientierte Sachausstattung zur Verfügung zu stellen.

 

Der betroffene Gebäudeteil war bereits vor dem Brandschaden im Sanierungskonzept berücksichtigt – jedoch zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt. Es ist zielführend und wirtschaftlicher, neben der Wiederherstellung der durch den Brand beschädigten Gebäudeteile die geplante Grundsanierung in einer Baumaßnahme umzusetzen und die Grundsanierung somit vorzuziehen.

 

Für diese Zeit der Wiederherstellung und Sanierung der Räumlichkeiten ist eine Interims-Containeranlage notwendig. Es ist vorgesehen, für die gesamte Bauzeit von vier Jahren eine Komplettauslagerung der im Hauptgebäude genutzten Schulräume vorzunehmen. Nach den Feststellungen der Sachverständigen ist das gesamte Obergeschoss dauerhaft bis zur Wiederherstellung nicht nutzbar. Im Erdgeschoss können Klassenräume nach vollzogener Reinigung wieder genutzt werden. Nur die zwei Räume unter dem Brandherd müssen weiterhin gesperrt bleiben. Die Wiederherstellungs- und Sanierungsmaßnahmen sind aber mit einer erheblichen Lärmentwicklung im gesamten Gebäude verbunden. Daher kann parallel im Erdgeschoss kein Unterricht stattfinden. Eine zeitweise wechselhafte Nutzung wäre mit mehrfachen Umzügen und einem zusätzlichen Organisationsaufwand im Schulbetrieb verbunden. In der Containeranlage können dagegen die nach Bedarf erforderlichen Unterrichtseinrichtungen langfristig für die gesamte Sanierungszeit eingerichtet werden.

 

Ausstattung der Interims-Containeranlage

Der durch die Containeranlage bereit zu stellende Raumbedarf umfasst 24 Klassenräume  und die flankierende Medienversorgung. Als Aufstellfläche für die Containeranlage wurde nach Abstimmung mit dem MSS und dem Amt für Kinder, Jugend und Schule der Sportplatz an der Ernst-Tommes-Straße festgelegt. Andere Standorte auf dem Schulgelände (z.B. Parkplatzflächen) wären mit einem wirtschaftlich nicht vertretbaren zusätzlichen Aufwand verbunden, da nach den untersuchten Bodenverhältnissen aufwendige Gründungen erforderlich wären.

Nach Abstimmung mit der Bauaufsicht werden auf dem Sportplatz zwei zweigeschossige Baukörper mit 16 bzw. 8 Klassenräumen errichtet, die einen Sanitärtrakt sowie einen Putzmittel- und Lehrmittelraum pro Geschoss beinhalten. Es wird ein separater Hausanschlussraum neben die Container-Anlage gestellt. Ob eine spätere Umrüstung der eingebauten Elektro-Heizungen auf Fernwärme wirtschaftlich ist, wird zur Zeit geprüft.

 

Vergabe der Leistung als Direktvergabe

Da das Hauptgebäude derzeit für den Unterricht nicht zur Verfügung steht und trotz der eingeleiteten Ausweichlösungen nur ein zeitlich eingeschränkter Unterricht möglich ist, besteht eine höchste Dringlichkeit zur Anmietung der Containeranlage. Daher wurde eine Direktvergabe an ein Unternehmen eingeleitet, das in der Lage ist, Container in der benötigten Art, Größe und Anzahl schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen. Nach drei Anfragen liegt das Angebot eines Unternehmens vor, das die Containeranlage zum 01.03.2018 bezugsfertig herrichten kann. Es bietet damit einen Qualitäts- und Zeitvorteil von zwei Monaten im Vergleich zu den anderen Anfragen.

 

Terminplan zur Aufstellung der Container-Anlage

Mit den Vorarbeiten auf dem Sportplatz (Verlegung der Versorgungsleitungen) ist wegen der besonderen Dringlichkeit bereits ab dem 13.11.2017 begonnen worden. Ab dem 12.12.2017 ist die Anlieferung der Container möglich. Die restlichen Arbeiten zur Medienversorgung laufen parallel ab. Die Lieferfirma benötigt ca. vier Wochen für die Montage. Dabei ist zu beachten, dass die Weihnachtsfeiertage/Jahreswechsel in diesen Zeitraum fallen und dort voraussichtlich keine Leistungen ausgeführt werden können. Sobald die Containeranlagen aufgestellt sind, können die im nächsten Absatz genannten Maßnahmen durchgeführt werden. Der Bezugstermin der gesamten Anlage wird somit voraussichtlich der 01.03.2018 sein.

 

Auszuführende Maßnahmen und Kosten

Für das Aufstellen der Containeranlage müssen Planungsleistungen für den Hochbau, die technische Gebäudeausstattung, den Brandschutz, den Schallschutz, die Statik, die Bodenuntersuchung etc. extern beauftragt werden.

Außerdem müssen Beauftragungen für folgende Leistungen erfolgen:

-         Außenanlagen und Zuwegung,

-         Einrichtung der Brandmeldeanlage und Aufschaltung zur Feuerwehr,

-         spätere Umrüstung der vorab eingebauten Elektro-Heizungen auf Warmwasser-Heizungen (noch offen nach Wirtschaftlichkeitsberechnung),

-         Feinreinigung der Räumlichkeiten inklusive Mobiliar und Fenster.

 

Subsummiert werden die Gesamtkosten für eine Standzeit der Miet-Containeranlage von 4 Jahren auf 4.000.000 € geschätzt.

 

 


Finanzielle Auswirkungen:

Der finanzielle Aufwand für die Anmietung wird bei einer Mietzeit von rd. vier Jahren auf rd. 4.000.000 € geschätzt. Dieser Betrag liegt weit über den Mietkosten, die bisher für Ausweichcontainer im Rahmen der Sanierung des Schulzentrums Saarn kalkuliert wurden. Im Investitionsprogramm des ImmobilienService zum Haushalt 2018 sind nachrichtlich lediglich 970.000 €r die Anmietung von Containern ausgewiesen. Da das Hauptgebäude der Gesamtschule nun als erster Bauabschnitt saniert wird, steht der geplante Ersatzbau für das Nebengebäude Ernst-Tommes-Str. mit zusätzlichen Raumkapazitäten nicht zur Verfügung. Daher stellt die Containeranlage r die gesamte Bauzeit die einzige Ersatzlösung für den Schulbetrieb dar.

Die Anmietung der Container wird im Haushaltsplan 2019 ff. veranschlagt und führt zu keiner Haushaltsverschlechterung. Unabhängig hiervon wird zur Zeit die Baumaßnahme wegen des Brandschadens in Teilen versicherungsrechtlich abgewickelt.

 

 

 

Ulrich Scholten